Party in Speldorf: VfB ist nicht mehr einzuholen

Nach drei Jahren kehren die Grün-Weißen durch einen 4:2-Heimsieg über Sterkrade-Nord in die Oberliga zurück. Konkurrent Rhede spielt nur unentschieden.

Hüpfen für den Aufstieg: Spieler und Verantwortliche des VfB Speldorf lassen ihrer Freude nach dem Sieg über Sterkrade-Nord freien Lauf.

VfB Speldorf –  SpVgg Sterkrade-Nord 4:2 (2:0)

Tore: 1:0 Fritsch (21.), 2:0 Andres (29.), 2:1 Mattern (46.), 3:1 Terwiel (72.), 4:1 Timm (74.), 4:2 Vogel (82.)

VfB: Ritz – Panz, Steininger, Bartmann, Ouédraogo – Fritsch, Terwiel – Boka (89. Nawa), Timm, Andres – Armen

Auf der Tribüne an der Saarner Straße ertönte plötzlich ein Jubelschrei. „Wir sind aufgestiegen“, rief Frank Linnecke, Vorsitzender des VfB Speldorf. In diesem Moment war das Parallelspiel zwischen dem VfL Rhede und dem VfL Repelen mit einem 1:1-Unentschieden zu Ende gegangen. Damit ist klar: Der eigene 4:2 (2:0)-Erfolg reicht den Mülheimern bei sechs Punkten und 19 Toren Vorsprung zum Aufstieg in die Oberliga.

Obwohl noch eine knappe Viertelstunde zu spielen war, eilten Linnecke & Co. auf die Gegenseite, um der sportlichen Leitung zu gratulieren. Wenig später fiel dann auch von den Spielern alle Last ab, der ein oder andere wie Torwart Tobias Ritz sank vor Erleichterung auf dem Rasen nieder. „Heute dürfen die Jungs mal richtig Gas geben, wir machen am Dienstag auch kein Training“, gab Christian Mikolajczak den Startschuss für die Aufstiegsfeier.

Perfekter Konter bringt Speldorf das Führungstor

Anders als der Coach im Vorfeld gehofft hatte, steckte die Möglichkeit des ersten Matchballs fest in den Köpfen der Speldorfer Spieler. Die ersten 20 Minuten der Partie entwickelten sich zu einem zaghaften Abtasten. Dann gab der VfB eine Kostprobe seiner Offensivqualität. Mit einem perfekten Konter holten sich die Hausherren die Führung. Nach einer Ecke für Sterkrade schickte Janis Timm seinen Teamkollegen Dennis Terwiel auf die Reise, der legte kurz vor dem Tor noch einmal quer, so dass Leon Fritsch keine Mühe mehr hatte.

Das 2:0 hätte der Oberhausener Torwart Akin Ergin beinahe verhindert, doch im zweiten Versuch war Michael Andres erfolgreich.

Ende der ersten Halbzeit wurden die Mülheimer aber zusehends nachlässiger. „Bei einem 2:1 kann es schnell noch einmal kippen“, meinte der sportliche Leiter Oliver Röder in der Pause. Es war beinahe eine Prophezeiung, denn nicht einmal eine Minute nach dem Wiederanpfiff verkürzten die Gäste auf 2:1.

Fans informieren sich laufend über das Parallelspiel

Während sich die Fans auf der Tribüne laufend über das Ergebnis aus Rhede informierten, waren die Mülheimer auf dem Platz bemüht, das heft in der Hand zu behalten. Ernsthafte Gefahr ging von den Gästen trotz des nun wieder knappen Spielstandes nur selten aus.

Foto:  Fabian Strauch

Der einen Freud, des anderen Leid: Nach dem 4:1 herzt Torschütze Janis Timm den Vorlagengeber Alexandros Armen. Im Vordergrund verzweifelt der Oberhausener Stefan Jagalski. Foto: Fabian Strauch

Die Strafe für die SpVgg folgte, als die Speldorfer in der 72. und 74. Minute für die Entscheidung sorgten. Erst nahm Dennis Terwiel einen genialen Pass auf und vollendete mit einem nicht weniger sehenswerten Heber zum 3:1, dann umkurvte der von Alexandros Armen auf die Reise geschickte Torjäger Janis Timm den Keeper und machte mit 4:1 endgültig alles klar. Das 4:2 konnte weder am Ausgang des Spiels, noch an der Entscheidung in der Meisterschaft mehr etwas ändern.

Trainer Christian Mikolajczak: „Ich bin einfach nur baff“

Dass sechs Punkte und 19 Tore Vorsprung in zwei Spielen noch aufgeholt werden, daran glaubt in Speldorf niemand mehr. „Ich bin jetzt einfach nur baff“, meinte der strahlende Trainer Christian Mikolajczak, der gleich in seinem ersten Jahr als Trainer einen Aufstieg feiert. „Wenn man sieht, wie er hier im Vorder- und Hintergrund arbeitet, dann muss man es ihm einfach gönnen“, gab sein Vorgänger Oliver Röder, mittlerweile sportlicher Leiter und Geschäftsführer zu Protokoll. Danach durfte die Aufstiegsfeier beginnen. „Wir haben nichts geplant, aber ich bin für alles zu haben“, meinte Freistoßspezialist André Panz.

Marcel Dronia

Quelle: WAZ